Fassade sanieren: Putz, Klinker, Anstrich

Die Fassade schützt und prägt das Haus. Wir bringen beides zusammen – Bauphysik und Gesicht.

Fassade: was Ihre Wand verträgt, entscheidet den Aufbau

Eine Fassade hat zwei Aufgaben, und nur eine davon sieht man. Sie soll gut aussehen – und sie soll Wasser abhalten, ohne die Wand einzupacken. Wo das zweite schiefgeht, ist das erste in fünf Jahren auch dahin.

An der Küste kommt dazu: Schlagregen von Westen, salzhaltige Luft, Frostwechsel. Was in Süddeutschland funktioniert, ist in Angeln nicht automatisch die richtige Antwort.

Klinker und Mauerwerk

Klinkerfassade mit erneuerten Fenstern während der Arbeiten

Klinker ist in Angeln die übliche Fassade, und das aus gutem Grund: Er hält Schlagregen aus, braucht keinen Anstrich und wird mit den Jahren nicht schlechter.

Was bei alten Klinkerfassaden anfällt, sind meist die Fugen. Ausgewaschene Fugen ziehen Wasser in die Wand – der Stein selbst ist dann oft noch tadellos. Neu verfugen ist deutlich günstiger als eine neue Verblendung, und wir sagen Ihnen, welche der beiden Ihr Haus braucht.

Bei Rissen im Mauerwerk schauen wir erst nach der Ursache. Ein Riss ist ein Symptom; wer ihn zumacht, ohne zu wissen, warum er da ist, macht ihn im nächsten Jahr wieder zu.

Putz und Kalkputz

Fachwerkhaus in der Sanierung, Fenster erneuert

Auf verputzten Häusern ist die Frage nicht „welche Farbe“, sondern „wie dicht“. Ein moderner Kunstharzputz auf einer alten Vollziegelwand schließt die Feuchte ein, die vorher durch die Wand nach außen ging.

Bei Altbauten arbeiten wir deshalb meist mit Kalk- oder Kalkzementputzen. Sie nehmen Feuchte auf und geben sie wieder ab – das ist kein Öko-Argument, sondern der Grund, warum die Wand darunter trocken bleibt.

Beim Fachwerk gilt das doppelt: Dort steht Holz in der Wand, und Holz verträgt Dauerfeuchte nicht.

Anstrich und Farbberatung

Frisch ausgebauter Raum mit Dielenboden und gerundeter Wandecke

Der Anstrich ist der günstigste Teil einer Fassadensanierung und der, den man am längsten sieht. Deshalb entscheiden wir ihn nicht auf dem Farbfächer im Baumarkt, sondern am Haus – bei Tageslicht, an einer Musterfläche.

Für die Haltbarkeit zählt das System, nicht der Farbton: Grundierung, Zwischen- und Schlussanstrich müssen zum Untergrund passen. Silikatfarbe auf Kalkputz hält Jahrzehnte, dieselbe Farbe auf altem Dispersionsanstrich blättert.

Was wir vorher machen: eine Haftprobe. Das kostet zehn Minuten und verhindert den häufigsten Fassadenschaden überhaupt.

Wie eine Fassadensanierung abläuft

Der sichtbare Teil ist der letzte. Davor liegt die Arbeit, die darüber entscheidet, wie lange er hält.

  1. Untergrund prüfen

    Haftprobe, Feuchtemessung, Blick auf Risse und Sockel. Zehn Minuten, die den häufigsten Fassadenschaden verhindern – neue Farbe, die den alten Anstrich mitnimmt.

  2. Gerüst

    Ein erheblicher Kostenanteil. Deshalb die Frage: Steht ohnehin etwas an Dach, Fenstern oder Rinnen an? Zusammen ist es deutlich günstiger als nacheinander.

  3. Schadstellen instand setzen

    Loser Putz herunter, Fugen erneuern, Risse öffnen und schließen. Was hier übersprungen wird, kommt durch den neuen Anstrich hindurch.

  4. Grundierung und Aufbau

    Abgestimmt auf den Untergrund. Silikat auf Kalkputz, mineralisch auf mineralisch – ein System, nicht drei Produkte, die zufällig zusammenkommen.

  5. Musterfläche

    Am Haus, bei Tageslicht. Farbtöne wirken auf der Fassade anders als auf dem Fächer, und zwar immer.

  6. Anstrich

    Zwischen- und Schlussanstrich. Bei Temperaturen unter fünf Grad oder feuchtem Untergrund verschieben wir – lieber später als im Frühjahr noch einmal.

Fassade und Dämmung zusammen denken

Die Frage kommt bei fast jeder Fassadensanierung: Wenn das Gerüst ohnehin steht – gleich dämmen?

Die Antwort hängt an der Wand. Bei einer ungedämmten Vollziegelwand ist die Wirkung erheblich. Bei einer zweischaligen Wand mit Luftschicht – dem Regelfall in Angeln ab den Sechzigern – lässt sich oft die vorhandene Schicht verfüllen, und das ist ein Bruchteil des Aufwands einer aufgesetzten Dämmung.

Wo wir abraten: Wenn die Klinkerfassade erhaltenswert ist. Eine gute Klinkerfassade hinter einer Dämmplatte zu verstecken, ist ein Verlust, der sich nicht zurückholen lässt. Dann ist die Kerndämmung oder – mit sorgfältiger Rechnung – eine Innendämmung der richtige Weg.

Und wo es kritisch wird: Dämmung verlagert den Taupunkt. Wandert er in die Konstruktion, entsteht Feuchte dort, wo man sie nicht sieht. Deshalb wird das gerechnet, nicht geschätzt. Mehr dazu unter energetisch sanieren.

Fragen zur Fassade

Wie oft muss eine Fassade gestrichen werden?

Bei einem zum Untergrund passenden System und Wetterseite nach Osten reden wir über fünfzehn bis zwanzig Jahre. Nach Westen, mit Schlagregen, eher zehn bis fünfzehn. Klinker gar nicht.

Lohnt sich Dämmung an der Fassade?

Wenn die Fassade ohnehin dran ist, ist es der günstigste Zeitpunkt – das Gerüst steht dann schon. Ob es sich rechnet, hängt am Rest des Hauses; wir rechnen es mit Ihnen durch statt es zu behaupten. Mehr unter energetisch sanieren.

Was ist mit Algen und Grünbelag?

Grünbelag ist meist ein Feuchteproblem, kein Farbproblem: zu wenig Sonne, zu viel stehende Luft, ein zu knapper Dachüberstand. Wer nur reinigt und neu streicht, hat ihn in zwei Jahren wieder.

Brauche ich für die Fassade eine Genehmigung?

Meist nicht – außer bei Denkmalschutz, in Gestaltungssatzungen oder wenn der Bebauungsplan Farben und Materialien vorgibt. In Angeln kommt das häufiger vor, als man denkt. Wir prüfen es vorab.

Was kostet ein Fassadenanstrich?

Der Anstrich selbst ist der kleinere Posten. Den Preis bestimmen Gerüst, Zustand des Untergrunds und die Frage, wie viel instand zu setzen ist. Deshalb kommen wir vorbei und machen eine Haftprobe, bevor wir rechnen.

Müssen alte Fugen erneuert werden?

Wenn sie ausgewaschen sind, ja – dort tritt das Wasser ein. Der Klinker selbst ist dann meist noch tadellos. Neu verfugen ist deutlich günstiger als eine neue Verblendung, und wir sagen Ihnen, welche von beiden Ihr Haus braucht.

Kann man im Winter außen streichen?

Nur bei geeigneter Witterung. Die meisten Fassadenfarben brauchen über fünf Grad und trockenen Untergrund. Wir verschieben lieber, als ein Ergebnis abzuliefern, das im Frühjahr abblättert.

Musterfläche statt Farbfächer

Wir sehen uns Ihre Fassade an, prüfen den Untergrund und sagen, welcher Aufbau hält.

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